Pfiffners ersetzen Pfiffners

Vor genau 37 Jahren starteten Theres und Markus Pfiffner ihre Elektrofirma, die sie gestern an die nächste Genration weiter gegeben haben. Die Nachfolgeregelung bei kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) ist gelinde gesagt oft nicht einfach. Während es früher nämlich noch fast selbstverständlich war, dass Söhne oder Töchter den gleichen Beruf, wie ihre Eltern lernen, entscheiden sich die Kinder heute oftmals für «etwas völlig anderes» und damit gegen den Eintritt und die spätere Übernahme des Geschäfts ihrer Eltern. Nicht so bei Elektro Pfiffner in Zug. Bereits seit elf Jahren ist nämlich Michael Pfiffner im Geschäft seiner Eltern Markus und Theres. Dies nach der Lehre und dem Militär, wie der 32-Jährige ergänzt. Er habe als ganz normaler Büezer begonnen, erzählt er: «Ich bin auf Neubauten auch schon Mal in den Hammer gelaufen – halt einfach ‹Learning by Doing›.» Doch damals wie heute könne er immer zu seinen Vater gehen, der ihm mit Rat und Tat zur Seite stehe. «Er hat zuerst als Schreiner geschnuppert» Schon bevor sie Kinder gehabt hätten, habe er sich einen Sohn gewünscht. Dies, damit dieser dereinst das Geschäft übernehme, ergänzt Markus Pfiffner und lacht: «Wenn man – so wie meine Frau und ich ein Geschäft von Null auf aufbaut, will man dieses natürlich an die nächste Generation weitergeben.» Zumindest sei dies der Traum, zu dem es auch viel Glück brauche. «Wir haben Michi nicht gesagt, er müsse Elektroinstallateur lernen», betont der 63-Jährige und ergänzt: «Er hat zuerst als Schreiner geschnuppert und sich dann für Papas Richtung entschieden.» Vor vier Jahren ist Michael Pfiffner Projektleiter geworden und zuvor schon Sicherheitsberater. So sei er automatisch so 20 bis 30 Prozent ins Büro gekommen, erklärt der Junior, der vor zwei Jahren die Meisterprüfung bestanden hat. Er habe schon lange etwas zurückstecken wollen, sagt Vater Markus Pfiffner: «Ich habe den Freitag schon seit vielen Jahren als freien Tag eingetragen aber es nie geschafft, tatsächlich frei zu nehmen. Doch seit gestern ist Michi Geschäftsführer und Chef. Ich nehme mich zurück, bin aber da, wenn er mich braucht.» Fordernde Kunden und Personalmangel Wo sehen Vater und Sohn die Veränderungen und die Herausforderungen? «Ich muss weniger arbeiten und habe weniger Verantwortung.» Er habe mehr Kundenkontakte und generell mehr Arbeit, sagt Michael Pfiffner und schätzt: «Ich bin seit einem Jahr fest im Büro und helfe den Leuten zu etwa 30 Prozent draussen auf der Arbeit.» Er betont: «Lampen montieren muss ich nicht mehr unbedingt haben – aber ich kann es noch.» Als grosse Herausforderung sieht der Senior die Schnelllebigkeit und die fordernde Kundschaft und dem Junior bereiten auch die vielen täglichen Mails Bauchweh. «Früher hatten die Leute Geduld», sagt er: «Heutzutage gilt: «Heute anrufen und morgen erledigen. Das ist fast nicht machbar.» Doch sein grösstes Problem sei der Personalmangel. Zum Glück hätten sie nach einem mehrjährigen Loch im Moment wieder drei Lehrlinge. «Uns fehlen aber Monteure und diese sind leider in der ganzen Schweiz rar.» Zuger Zeitung, 16.03.2019



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